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Genossenschaft "TIR Energie" erwartet mehr Engagement von den Kommunen

Von: Konrad Rosner

Die Städte und Gemeinden müssten endlich aktiver werden, verlangt Markus Sporrer von der Bürgerenergiegenossenschaft "TIR Energie". Dies sei wichtig, um die Energiewende zu schaffen.

Kein Blatt vor den Mund nahm der Vorsitzende der Genossenschaft "TIR Energie", Markus Sporrer, in der Generalversammlung in der Schlossschänke in Friedenfels. Sporrer appellierte: „Es wird höchste Zeit, was zu ändern.“ Bürgerenergiegenossenschaften wie die "TIR Energie" bräuchten mehr Unterstützung vonseiten der Kommunen und der Kommunalpolitik. Denn gerade die Kommunen hätten Planungshoheit und viele ungenützte Dächer. Markus Sporrer forderte, dass die Entscheidungs- und Genehmigungswege verkürzt, vereinfacht und dynamischer gestaltet werden.

Die regionale Wertschöpfung und die Bürgerbeteiligungen steigerten die Akzeptanz und müssten von der Politik in den Fokus gerückt werden. Sporrer: „Das Schlechteste wäre doch, wenn Fremdinvestoren zu uns kommen.“ Die Entwicklung der "TIR Energie" zeige deutlich, dass der eingeschlagene Weg richtig sei. In den kommenden Jahren sei eine dynamisch-positive Entwicklung zu erwarten.

Auf ehrenamtlicher Basis

Die „Bürgerenergiegenossenschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz im Landkreis Tirschenreuth“, so der komplette Name der Genossenschaft, wolle die Energiewende, die unabdingbar sei, weiter voranbringen. Sporrer betonte, dass dies alles in der "TIR Energie" auf ehrenamtlicher Basis geschehe. Kritik übte er an der „begrenzten“ Zusammenarbeit mit den Kommunen. Sporrer: „Wir werden noch einmal jede einzelne Kommune abklappern und reden. Es muss mehr gemacht werden.“ Viele Kommunen seien zu träge und zu langsam. Dies gelte bei Photovoltaik- und auch bei Windenergieprojekten. Markus Sporrer verdeutlichte: „Wir würden gerne viel mehr machen, aber es stockt.“ Er sah die Gefahr, dass auswärtige Investoren dann auch hier bald den Markt beherrschen könnten. Die Genossenschaft hat aktuell 103 Mitglieder mit 1228 Anteilen und eine Kapitaleinlage von 307.000 Euro. 90.000 Euro, so Sporrer, stünden sofort für eventuelle Projekte zur Verfügung.

Der Vorsitzende forderte eine Beschleunigung der regionalen Energiewende. „Neue Technologien rücken in den Vordergrund. Damit das Netz stabilisiert werden kann, ist eine breitere Aufstellung zwingend erforderlich.“ Dies könne aber nur mit Unterstützung der Kommunalpolitik gelingen.

1,4 Prozent Dividende

Der Vorsitzende forderte eine Beschleunigung der regionalen Energiewende. „Neue Technologien rücken in den Vordergrund. Damit das Netz stabilisiert werden kann, ist eine breitere Aufstellung zwingend erforderlich.“ Dies könne abeSporrer ging auch kurz auf die vier Anlagen der Genossenschaft ein. Herausragend sei der Windpark Asch, der 2017 in Betrieb genommen wurde. Dort werde Strom gewonnen, mit dem beispielsweise E-Autos 60 Millionen Kilometer fahren könnten. Photovoltaikanlagen gebe es am Kreisbauhof, auf einer Stallung in Konnersreuth und am Sportheim Lorenzreuth. Die Entwicklung sei zufriedenstellend, so dass an die Mitglieder für das Geschäftsjahr 2021 eine Dividende von 1,4 Prozent ausgeschüttet werden könne nur mit Unterstützung der Kommunalpolitik gelingen.

Detailliert sprach Sporrer über das neue „Leuchtturmprojekt“ Bioabfall-Vergärungsanlage Nordoberpfalz, die von vier Bürgerenergiegenossenschaften getragen werde. Bioabfälle aus den Landkreisen Tirschenreuth und Neustadt sowie der Stadt Weiden sollen in der ehemaligen Deponie Kalkhäusl bei Weiherhammer Energie liefern. Im kommenden Jahr soll der Spatenstich für die Bioabfall-Vergärung erfolgen, die Inbetriebnahme 2024 sein. Markus Sporrer hob hervor: „Gasaufbereitung, Gaseinspeisung und Wasserstoff sind die Potenziale der Zukunft.“ Geschlossene regionale Wirtschaftskreisläufe seien Schlagwörter für eine erfolgreiche Zukunft.

Aufsichtsratsvorsitzender Reinhard Ernstberger verlas das Prüfergebnis des Genossenschaftsverbands Bayern: Es gab keinerlei Beanstandungen. Im weiteren Verlauf der Generalversammlung wurde sowohl der Jahresabschluss 2021 als auch die Verwendung des Jahresergebnisses einstimmig bewilligt. Die Entlastung sowohl des Vorstands als auch des Aufsichtsrats erfolgte einstimmig.

Bei den Neuwahlen wurde Reinhard Ernstberger erneut in den Aufsichtsrat gewählt. Als neues Mitglied wurde Markus Schäffler aus Wiesau in den Aufsichtsrat gewählt.

Abschließend stellte Zweiter Vorsitzender Manfred Zölch die neugestaltete Homepage von "TIR Energie" vor, die Armin Strohmaier ehrenamtlich für die Genossenschaft erstellt hatte.


Quelle: Rosner, Konrad (2022), Genossenschaft "TIR Energie" erwartet mehr Engagement von den Kommunen, in: onetz.de, 20. Juli, https://www.onetz.de/oberpfalz/friedenfels/genossenschaft-tir-energie-erwartet-mehr-engagement-kommunen-id3642499.html, letzter Zugriff: 21.07.2022.

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